Was sind die Folgen des Erlöschens des Prüfungsanspruchs?

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Allgemeines
Die Folgen des Erlöschens des Prüfungsanspruchs wiederum sind in § 32 Abs. 1 LHG, § 60 Abs. 2 Ziffer 2 LHG und § 62 Abs. 2 Ziffer 3 LHG geregelt: Zu einer Prüfung kann demnach nur zugelassen werden, wer in dem betreffenden Studiengang eingeschrieben ist und den Prüfungsanspruch für den betreffenden Studiengang nicht verloren hat. Ist der Prüfungsanspruch erloschen, ist der Studierende von Amts wegen mit Wirkung zum Ende des Semesters zu exmatrikulieren und kann sich anschließend in den gleichen und ggf. in verwandte Studiengänge nicht mehr einschreiben, da ein sog. Immatrikulationshindernis vorliegt ("Die Immatrikulation nach Absatz 1 Sätze 1 bis 5 ist zu versagen, wenn eine nach der Prüfungsordnung erforderliche Prüfung im gleichen Studiengang endgültig nicht bestanden wurde oder der Prüfungsanspruch aus sonstigen Gründen nicht mehr besteht; durch Satzung der Hochschule kann bestimmt werden, dass dies auch für verwandte Studiengänge mit im Wesentlichen gleichem Inhalt gilt; für Studienabschnitte vor der Vor- oder Zwischenprüfung genügt eine entsprechende Vergleichbarkeit der Studiengänge in diesem Abschnitt").
Um welche Studiengänge es sich dabei konkret handelt, hat die Hochschule zu entscheiden, bei der die Bewerbung erfolgt. Sofern es sich bei dem angestrebten Studiengang nicht um den gleichen Studiengang handelt, ist die zentrale Frage, ob es sich um einen verwandten Studiengang handelt und (!) die betreffende Hochschule eine satzungsmäßige Regelung im Sinne des § 60 Abs. 2 Ziffer 2 Halbsatz 2 LHG hat (durch Satzung der Hochschule kann bestimmt werden). Handelt es sich um einen verwandten Studiengang und ist in der betreffenden SPO geregelt, dass ein Immatrikulationshindernis auch für verwandte Studiengänge vorliegt, kann man nicht zugelassen werden. Handelt es sich nicht um einen verwandten Studiengang, kann man im Falle einer Immatrikulation in der Regel unbelastet dieses Studium beginnen. Problematisch ist hierbei, dass es in vielen Studien- und Prüfungsordnungen eine Regelung gibt, die besagt, dass sog. Fehlversuche (von Amts wegen) angerechnet werden. In den neuen SPOs des KIT gibt es eine solche nicht mehr. Ob dies an der aufnehmenden Hochschule der Fall ist (unabhängig davon, ob es rechtlich zulässig ist), müsste an dieser erfragt werden.
Zu berücksichtigen ist auch, dass eine Exmatrikulation auf Antrag noch vor Semesterende nicht verhindert, dass der Prüfungsanspruch bspw. aufgrund einer Fristüberschreitiung (bpsw. der Frist zur erfolgreichen Ablegung der Orientierungsprüfung oder der Frist zur Ablegung einer Wiederholungsprüfung) zum Ende des Semesters erlischt. Dieser erlischt unabhängig davon, ob man noch immatrikuliert ist, denn er betrifft das Prüfungsrechtsverhältnis. Dieses ist rechtlich selbständig und unabhängig vom Mitgliedschaft- bzw. Immatrikulationsverhältnis.